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Säure-Basen-Haushalt: Was ist dran – und was ist Mythos?

Image by Myles Bloomfield

Der Begriff „Übersäuerung“ wird oft belächelt oder als Mythos abgetan. Gleichzeitig berichten viele Menschen über Müdigkeit, Muskel‑ und Gelenkbeschwerden, erhöhte Stressanfälligkeit oder Erschöpfung. Wie passt das zusammen?

Kann der Körper übersäuern – ja oder nein?

Der pH‑Wert des Blutes wird vom Körper sehr streng reguliert. Bei gesunden Menschen bleibt er konstant – unabhängig davon, was wir essen. Eine gefährliche Übersäuerung des Blutes entsteht nicht durch Ernährung, sondern durch schwere Erkrankungen.

➡️ Das bedeutet jedoch nicht, dass der Säure‑Basen‑Haushalt im Alltag keine Rolle spielt.

Was mit "Übersäuerung“ im Alltag meist gemeint ist

Im Alltag wird mit „Übersäuerung“ meist keine Veränderung des Blut‑pH‑Werts beschrieben, sondern eine funktionelle Stoffwechselbelastung. Dabei geht es unter anderem um:

  • eine erhöhte Säurelast im Stoffwechsel,

  • einen gesteigerten Bedarf an körpereigenen Puffersystemen,

  • eine stärkere Beanspruchung von Nieren, Muskulatur und Bindegewebe.

Der Körper kann Säuren neutralisieren und ausscheiden. Dafür benötigt er funktionierende Regulationsmechanismen sowie ausreichend Mineralstoffe, die den Stoffwechsel unterstützen.

Warum der Säure‑Basen‑Haushalt heute stärker gefordert ist

Mehrere Faktoren können diese Stoffwechselbelastung begünstigen:

  • stark verarbeitete Lebensmittel,

  • hoher Konsum von Zucker, Weißmehl und tierischem Eiweiß,

  • chronischer Stress, Schlafmangel und Bewegungsmangel,

  • hormonelle Veränderungen im Midlife und in den Wechseljahren.

Gerade in den Wechseljahren verändern sich Stoffwechsel, Muskel‑ und Knochenmasse. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Mineralstoffen – was den Säure‑Basen‑Haushalt zusätzlich fordert.

Mögliche Hinweise auf eine erhöhte Ausgleichsarbeit des Körpers

Typische, jedoch unspezifische Hinweise können sein:

  • anhaltende Müdigkeit oder Erschöpfung,

  • Muskel‑ und Gelenkverspannungen,

  • erhöhte Stressanfälligkeit,

  • brüchige Nägel oder Spannungsgefühle,

  • verlangsamte Regeneration.

Diese Symptome sind nicht beweisend, können jedoch Hinweise darauf sein, dass der Körper stark mit Ausgleichsprozessen beschäftigt ist.

Wie du deinen Säure‑Basen‑Haushalt unterstützen kannst

Ziel ist nicht, strikt „basisch“ zu essen, sondern ausgleichend:

  • pflanzenreiche Ernährung mit viel Gemüse, Salat, Obst und Kräutern,

  • ausreichende Mineralstoffzufuhr über Ernährung oder ärztlich begleitete Supplemente,

  • bewusster Umgang mit Zucker, Alkohol und stark verarbeiteten Lebensmitteln,

  • regelmäßige Bewegung und Stressreduktion,

  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Der Körper braucht keine strengen Verbote, sondern Unterstützung, um sein Gleichgewicht zu erhalten.

Fazit: Der Säure‑Basen‑Haushalt ist kein Mythos – aber auch kein Grund zur Panik.
Der Körper kann viel ausgleichen, wenn wir ihn dabei unterstützen. Gerade im Midlife und in den Wechseljahren lohnt es sich, genauer hinzuschauen und für Balance zu sorgen – nicht dogmatisch, sondern alltagstauglich.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden oder bekannten Organerkrankungen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Du möchtest mehr zu diesem Thema wissen? Dann begleite ich dich gerne!

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